Präsenz - bewusst wahrgenommene Gegenwärtigkeit

Wie und was ich darunter verstehe

Warum sind wir nicht immer präsent?

 


 

Hunde kehren schneller in ihre Mitte zurück

Was heißt das für die Mensch-Hund-Beziehung

Lernen von den Hunden

Führung ist Präsenz, die Orientierung gibt

Wenn wir präsent sind, stehen wir im Kontakt mit uns selbst. Wir leben unser Wesen. Ob eine Situation oder eine Handlung richtig ist oder nicht erkennen wir entweder, weil wir auf universelles Wissen zurück greifen können. Oder an der Wirkung auf uns, unser Gegenüber oder die Situation, in der wir uns befinden. Wir stehen im Kontakt mit anderen und nehmen sie wahr.

 

 

Ein Kind kommt auf die Welt und ist präsent. Es überlegt nicht, wie das geht und muss es auch nicht lernen. Es ist sich selbst nah.

Trotzdem leben viele Erwachsene in einem Zustand der Selbstentfremdung?

Warum? 

Während unserer Entwicklung haben viele von uns als Kind in Beziehungen gelebt und Erfahrungen gemacht, die überfordernde Erlebnisse für uns enthielten. Das können Erwartungen an uns gewesen sein, die wir nicht erfüllen konnten. Oder eine Rolle wurde uns zugeschrieben, die unserem Kindsein entgegenstand bis hin zu traumatischen Begebenheiten, die wir ohne Unterstützung bewältigen mussten. Diese Situationen in vollkommener Präsenz zu erleben, wäre unerträglich gewesen. Wir haben gelernt uns zu verschließen.

 

 

Auch Hunde können in ihrer Anpassungsbereitschaft aus ihrer Mitte gehen. Oder wir Menschen schaffen es durch Konditionierung von Welpenalter an, den Hund zu denaturieren. Wenn man von einem Leithund von Anfang an erwartet, sinnlosen Entscheidungen des Menschen, z.B. "Sitz" oder "Bei Fuss mit Blick zum Halter" (wie in der Begleithundeprüfung verlangt) zu folgen, so kann er das nur leisten, wenn er seine Kompetenz, Entscheidungen zu treffen, die er als Leithund hat, zurück drängt. Einem Leithund widerspricht es vollkommen, Dinge zu erfüllen.

Erfahrungsgemäß kehren Hunde jedoch schnell in ihre Mitte zurück, wenn sie wieder so gesehen werden, wie sie wirklich sind. Es ist, als ob sie nur geweckt werden müssten.
Wir Menschen brauchen viele Jahre der intensiven, oft begleiteten Arbeit an uns selbst, um die vertraute, aber wesensferne Persönlichkeitsstruktur aufzugeben und uns wieder näher zu sein. 

Eine Ursache für Probleme in der Mensch-Beziehung: Der Hund wird nicht als das gesehen was er ist: ein Hund. 

Er wird eigentlich durch 6 Säulen getragen. 

 

Individualität     Rasse     Alter     Geschlecht     Vorerfahrungen     angeborene Kompetenz

Durch eine Vermenschlichung oder Verdinglichung des Lebewesens Hund können einzelne oder mehrere Elemente nicht oder nicht ausreichend wahrgenommen werden. 

In natürlicher Präsenz hingegen gelingt uns Menschen das aber wunderbar: wir öffnen unsere Wahrnehmung für das, was ist und was es braucht und finden die stimmige Art zu reagieren und zu kommunizieren. Daraus resultiert: Wenn der Hund nicht reagiert, so wie ich es für richtig halte, bin ich nicht in meiner Präsenz. Ich kann nicht überprüfen, ob es an der Kommunikation liegt, ob ich eindeutig genug bin oder ich etwas wichtiges übersehen habe.

Der Hund kann mir also wertfrei, direkt und unverfälscht Auskunft darüber geben, wie Präsent und Nahe ich mir selbst bin.

Wie schnell ein Hund zu sich zurückkehrt ist eine der berührendsden Erfahrungen, die ich in der Zusammenarbeit mit ihnen machen darf. Sie vertrauen sich ihrem Wesen und der Gegenwart wieder an, sobald sich eine Gelegenheit dafür bietet. Durch jede positive Erfahrung erleben sie sich gestärkt.

Wir können hier von ihnen lernen: Bei Menschen kann es z.B. vorkommen, dass eine für ein Problem zunächst als hilfreich empfundene Lösung destruktiv abgewehrt wird. Das geschieht z.B. weil man auf dem Weg zur Lösung einer Wahrheit begegnet ist, die einem die Lösung erst ermöglicht hat. Wenn man allerdings im Laufe seiner Kindheit eine Struktur entwickelt hat, die besagt: „Nimm die Wahrheit nicht wahr, es würde bedeuten, dass du den Schmerz, den es bedeutet sie zu sehen, nicht aushältst.“ , wird eine eigentlich wirksame Lösung aktiv zerstört oder abgewertet. Dabei wäre man der aktuellen Wahrheit durchaus gewachsen und auch der erlebten kindlichen Wahrheit könnte man mit inzwischen erworbenen Fähigkeiten anders begegnen.

Führung hat folgende Funktionen:

  • Orientierung geben, z.B. an unbekannten Orten, in neuen Kontexten oder für Menschen/Hunde, die selbst keine Kompetenzen dazu haben

  • Raum öffnen, damit Potentiale sich entwickeln können und zum Wohle aller eingesetzt werden

  • Vermittlung in Situationen anbieten, in denen unterschiedliche Charaktere und/oder Auffassungen von Beteiligten aufeinander treffen

 

Führung ist damit auch genau die richtige Möglichkeit für uns Menschen, mit unserem Hund eine gelungene Beziehung zu leben.

Führung und Vertrauen bedingen einander wechselseitig. 

Wer gut geführt wird, der entwickelt Vertrauen zu dem, der ihn führt. Wer nicht gut geführt wird, hat weniger Vertrauen. Er beginnt dann z.B. Entscheidungen zu treffen, deren Folgen er nicht abschätzen kann oder kopflos zu handeln und einfach irgendetwas zu tun, ganz egal, ob es hilfreich ist oder nicht. Oder er macht, was er selbst gerne tut, unabhängig davon, ob es der Gruppe dienlich ist.

Konsequent weiter gedacht heißt das: jede Situation, in der Führung angemessen ist, aber von der Führungspersönlichkeit nicht angeboten wird, führt zu einem Vertrauensverlust, nachdem sich der geführte weniger anvertraut.

Präsenz
 

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Manuela Schmautz, München

0163/5898899

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