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Manuela Schmautz, München

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Präsenz - bewusst wahrgenommene Gegenwärtigkeit

Wie und was ich darunter verstehe

Warum haben wir uns von uns und unserem Wesen entfernt?

Hunde kehren schneller in ihre Mitte zurück

Lernen von den Hunden

Wenn wir präsent sind, stehen wir im Kontakt mit uns selbst. Wir leben unser Wesen. Ob eine Situation oder eine Handlung richtig ist oder nicht erkennen wir entweder, weil wir auf universelles Wissen zurück greifen können. Oder an der Wirkung auf uns, unser Gegenüber oder die Situation, in der wir uns befinden. Wir stehen im Kontakt mit anderen und nehmen sie wahr.

Ein Kind kommt auf die Welt und ist präsent. Es überlegt nicht, wie das geht und muss es auch nicht lernen.

Trotzdem leben viele Erwachsene in einem Zustand der Selbstentfremdung.

Warum? 

Während unserer Entwicklung haben viele von uns als Kind in Beziehungen gelebt und Erfahrungen gemacht, die überfordernde Erlebnisse für uns erhielten. Das können Erwartungen an uns gewesen sein, die wir nicht erfüllen konnten. Oder eine Rolle wurde uns zugeschrieben, die unserem Kindsein entgegenstand bis hin zu traumatischen Begebenheiten, die wir ohne Unterstützung bewältigen mussten. Diese Situationen in vollkommener Präsenz zu erleben, wäre unerträglich gewesen. Wir haben gelernt uns zu verschließen.

Auch Hunde können in ihrer Anpassungsbereitschaft aus ihrer Mitte gehen. Oder wir Menschen schaffen es durch Konditionierung von Welpenalter an, den Hund zu denaturieren. Wenn man von einem Leithund von Anfang an erwartet, sinnlosen Entscheidungen des Menschen, z.B. "Sitz" oder "Bei Fuss mit Blick zum Halter" (wie in der Begleithundeprüfung verlangt) zu folgen, so kann er das nur leisten, wenn er seine Kompetenz, Entscheidungen zu treffen, die er als Leithund hat, zurück drängt. Einem Leithund widerspricht es vollkommen, Dinge zu erfüllen.

Erfahrungsgemäß kehren Hunde jedoch schnell in ihre Mitte zurück, wenn sie wieder so gesehen werden, wie sie wirklich sind. Es ist, als ob sie nur geweckt werden müssten.
Wir Menschen brauchen viele Jahre der intensiven, oft begleiteten Arbeit an uns selbst, um die vertraute, aber wesensferne Persönlichkeitsstruktur aufzugeben und uns wieder näher zu sein. 

Wie schnell ein Hund zu sich zurückkehrt ist eine der berührendsden Erfahrungen, die ich in der Zusammenarbeit mit ihnen machen darf. Sie vertrauen sich ihrem Wesen und der Gegenwart wieder an, sobald sich eine Gelegenheit dafür bietet. Durch jede positive Erfahrung erleben sie sich gestärkt.

Wir können hier von ihnen lernen: Bei Menschen kann es z.B. vorkommen, dass eine für ein Problem zunächst als hilfreich empfundene Lösung destruktiv abgewehrt wird. Das geschieht z.B. weil man auf dem Weg zur Lösung einer Wahrheit begegnet ist, die einem die Lösung erst ermöglicht hat. Wenn man allerdings im Laufe seiner Kindheit eine Struktur entwickelt hat, die besagt: „Nimm die Wahrheit nicht wahr, es würde bedeuten, dass du den Schmerz, den es bedeutet sie zu sehen, nicht aushältst.“ , wird eine eigentlich wirksame Lösung aktiv zerstört oder abgewertet. Dabei wäre man der aktuellen Wahrheit durchaus gewachsen und auch der erlebten kindlichen Wahrheit könnte man mit inzwischen erworbenen Fähigkeiten anders begegnen.

 

Präsenz